In Geschichten · Lukas Böhm

Was ich bewege.
Was mich dabei bewegt.

Eine Anwendung für hunderttausende Studierende. Ein Skifilm zu zweit. Ein Moment, in dem ein Team beginnt, gemeinsam zu planen.

Drei Geschichten darüber, wie ich mit Menschen Ideen umsetze, Entscheidungen treffe und dazulerne.

01

Produktentwicklung · Hochschulen

„Mein Studium“: Orientierung für hunderttausende Studierende.

Was muss ich als Nächstes erledigen? Welche Möglichkeiten stehen mir offen? Und wie komme ich meinem Abschluss näher? Die Applikation „Mein Studium“ bündelt Studienfortschritt, Planung und nächste Schritte an einem Ort. Heute unterstützt sie hunderttausende Studierende in ihrem Studienalltag.

„Mein Studium“ ist eine von mehreren Anwendungen, die ich bei CAMPUSonline gemeinsam mit meinem Team verantworte – und die mit den meisten Nutzerinnen und Nutzern. Wir arbeiten in einem Umfeld von mehr als 40 Hochschulen. Gemeinsam mit meinem Team bringe ich unterschiedliche Anforderungen, fachliche Vorgaben und die Bedürfnisse der Studierenden in einer gemeinsamen Produktrichtung zusammen. Dazu gehört, die Verantwortlichen an den Hochschulen vom Mehrwert zu überzeugen und für die Einführung zu gewinnen.

Unser Anspruch: Die Organisation des Studiums soll in den Hintergrund rücken, damit mehr Aufmerksamkeit für die Lerninhalte bleibt. Dafür entwickeln wir „Mein Studium“ fachlich und technologisch kontinuierlich weiter.

Zuhören, beobachten, hinterfragen.

Wir überprüfen unsere Konzepte direkt mit Studierenden: durch Gespräche, Nutzungstests und den Vergleich unterschiedlicher Lösungsvarianten. Dabei zeigt sich auch, wo unsere Vorstellungen vom Alltag abweichen – etwa wenn die Semesterplanung weiterhin lieber auf Papier stattfindet. Diese Erkenntnisse helfen uns, Annahmen zu hinterfragen und Prioritäten zu setzen.

Technologie als Teil der Produktstrategie.

Neue Technologien verändern, was ein Produkt leisten kann und was seine Weiterentwicklung kostet. Bei „Mein Studium“ wägen wir Möglichkeiten, Reife und Abhängigkeiten gegeneinander ab. Als neue Funktionen im bestehenden technischen Aufbau nur noch mit unverhältnismäßigem Aufwand umsetzbar wurden, habe ich die technologische Erneuerung gemeinsam mit der fachlichen Weiterentwicklung geplant.

Mehrwert für Studierende und Hochschulen verbinden.

Hochschulen investieren viel in Beratung und Unterstützungsangebote. „Mein Studium“ ermöglicht es ihnen, Studierende passend zu ihrer Studiensituation anzusprechen: mit Informationen zum Studienstart, Angeboten für einen Auslandsaufenthalt oder Unterstützung auf dem Weg zum Abschluss. So können Angebote gezielt die Menschen erreichen, für die sie relevant sind.

02

Eine Idee · Ein Weg · Ein Film

West2East: Zwei Menschen. Eine Frage. Ein Film.

Kann man Österreich auf Skiern von West nach Ost durchqueren? Aus dieser Frage wurde „West2East“: eine gemeinsame Reise mit Filmemacher Bastian Meier und ein Roadmovie über die österreichische Bergwelt. Mit Ski, Fellen, Liften und Skibussen waren wir an 15 Skitagen rund 570 Kilometer unterwegs – von Vorarlberg bis ins steirische Ennstal.

Als Ideengeber und Producer organisierte ich das Projekt mit, stand vor und hinter der Kamera und verantwortete die Routenplanung. Gemeinsam machten wir aus dem Erlebten einen Film, der unter anderem bei Mountainfilm Graz gezeigt wurde. Bei unserer Skifilmnacht und weiteren Kinovorstellungen in ganz Österreich erreichten wir damit hunderte Menschen.

Eine ungewöhnliche Frage ernst nehmen.

Österreich ist voller Lifte und Pisten. Könnte man sie zu einer Reise quer durchs Land verbinden? Aus dieser Überlegung entwickelten wir eine Route, suchten Sponsoren und Quartiere und machten uns zu zweit auf den Weg. Die Idee gab die Richtung vor. Wie weit sie uns tragen würde, mussten wir unterwegs herausfinden.

Am Ende zählt, sicher anzukommen.

Auf der Schwalbenwand bei Zell am See liegt bis knapp unter dem Gipfel kein Schnee mehr. Die Ski müssen auf den Rücken. Bevor wir aufsteigen, beurteilen wir auch die anschließende Abfahrt nach Maria Alm. Unsere Einschätzung: Die Etappe geht sich aus, wenn wir Aufstieg und Abfahrt priorisieren und das Filmen auf ein Minimum beschränken.

Wir entscheiden uns dafür.

Das Ergebnis sind verwackelte Aufnahmen im Dunkeln – von unserer sicheren Ankunft in Maria Alm.

Die Arbeit nach der Belohnung.

Das Abenteuer war schon erlebt. Jetzt folgten Stunden im Schnittkeller: Material sichten und bewerten, Szenen diskutieren und eine Geschichte finden, die unsere Aufnahmen erzählen können. Rohschnitt, Musik und immer wieder die Frage: Was funktioniert, was lassen wir los?

Es brauchte Durchhaltevermögen und die gegenseitige Motivation, aus unserer Reise tatsächlich einen Film zu machen. Wir wussten, dass wir die investierte Zeit durch Kinotickets nie finanziell einspielen würden. Wir wollten spürbar machen, warum uns eine solche Frage nicht loslässt – und was man erlebt, wenn man ihr tatsächlich nachgeht.

Mehr über West2East

03

Menschen · Richtung · Verantwortung

Als mein Team miteinander zu planen begann.

„Was mache ich als Nächstes?“ Diese Frage kam im Team immer wieder bei mir an. Gleichzeitig liefen mehrere Projekte parallel. Ein Thema ausschließlich zu bearbeiten, war kaum möglich. Wir konnten aber versuchen, unseren Fokus bewusster zu setzen.

Daraus entstand unsere gemeinsame Quartalsplanung: das ganze Team in einem Raum, mit Post-its in der Hand. Ich gab die Projekte vor und stimmte die Projektziele ab. Die Termine ergaben sich aus unseren quartalsweisen Releases. Gemeinsam planten wir, wer in welcher Woche welches Projekt in den Mittelpunkt stellt.

Den Rahmen klären.

Die Projekte und Termine waren gesetzt. Wie wir unsere Arbeit innerhalb dieses Rahmens aufeinander abstimmen, planten wir gemeinsam. Dabei wurde für jede Woche sichtbar, worauf sich die einzelnen Teammitglieder konzentrieren sollten.

Miteinander ins Gespräch kommen.

Der für mich magische Moment kam, als die Mitarbeitenden mit den Post-its in der Hand anfingen, miteinander statt mit mir zu sprechen:

„Das passt super, wenn du in der Woche daran arbeitest. Dann kann ich in der nächsten Woche bei dem Thema weitermachen.“

Sie erkannten Abhängigkeiten und stimmten ihre nächsten Schritte aufeinander ab. Die Planung entstand zwischen den Menschen, die sie anschließend umsetzen würden.

Gemeinsame Verantwortung ermöglichen.

So möchte ich führen: den Rahmen klären, Ziele gemeinsam abstimmen und Raum dafür schaffen, dass Menschen ihren Beitrag selbst gestalten. In dieser Planungsrunde konnte ich sehen, wie daraus gemeinsame Verantwortung wurde.

Diese Art der Zusammenarbeit möchte ich auch über Teamgrenzen hinweg gestalten: mit einer gemeinsamen Richtung und der Möglichkeit, eigenständig zu entscheiden. Darin sehe ich einen wesentlichen Teil meiner Verantwortung für Menschen und Produkte.